
Die Tessiner Schmalspurbahn - auch "Rübenbahn" genannt
Foto: © Oliver HellwegMecklenburg im ausklingenden 19. Jahrhunderts war gekennzeichnet durch ertragreiche Ackerwirtschaft, reiche Viehbestände, aufstrebendes Bürgertum, Beginn des technischen Zeitalters und progressive Gutsbesitzer. Daraus folgerte die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion und die ersten Erfolge agrarwissenschaftlicher Erkenntnisse brachten Erträge, die im eigenen Umfeld nicht verbraucht werden konnten.
So wurden dafür geeignete Transportmittel nötig, um den Anschluss an die staatlichen und privaten Eisenbahnen des mecklenburgischen Landesnetzes zu realisieren. So entwickelten sich vielerorts u.a. die Schmalspurbahnen. 1893/94 entstand in Tessin eine Zuckerfabrik und für den Anschluss an das Eisenbahnnetz Mecklenburgs ab Rostock wurde eine Stichstrecke nach Sanitz gebaut. Dem südlich von Tessin gelegenen Gebiet des Zuckerrübenanbaus fehlte nun ein wirtschaftliches Transportmittel auf Schienen. Der Gutsbesitzer Graf von Bassewitz auf Dalwitz gründete am 9.5.1895 mit weiteren Gutsbesitzern und -pächtern eine Gesellschaft „Schmalspurbahn Tessin GmbH“.
Der Sitz war in Tessin und das Ziel lautete: Bau und Betrieb einer den landwirtschaftlichen und gewerblichen Zwecken dienenden Kleinbahn von Tessin nach Stierow nebst etwaiger Anschlussgleise und Nebenlinien (siehe Karte). Das Stammkapital betrug. (1895) 205.000 RM, welches von 12 Gutsbesitzern aufgebracht wurde. Grund und Boden stellten sie kostenlos zur Verfügung. Innerhalb von 66 Betriebsjahren hat die Tessiner Rübenbahn dem technischen Fortschritt, den Transportaufgaben ihrer Zeit gedient. 1963 war ihre Zeit beendet.
Die Relikte dieser Rübenbahn sind nicht total verschwunden. In der wunderbaren grünen Buschlandschaft erinnert aber manches an dieses Netzwerk, an das „Technische Denkmal der Jahrhundertwende“, das in dieser Region noch viele Orte miteinander in Verbindung bringt.














